Seriöse Photovoltaik Anbieter erkennen: worauf du in Österreich achten musst

Eine Photovoltaikanlage bleibt 25 Jahre auf deinem Dach. Die Firma, die sie montiert, entscheidet über Dichtheit, Ertrag und darüber, wer in fünf Jahren ans Telefon geht.

Wir bei Mission Solar sind selbst Anbieter und arbeiten ausschließlich in Tirol. Deshalb machen wir es hier anders als ein neutraler Ratgeber: Bei jedem Kriterium sagen wir dir auch, wie wir selbst dastehen, mit Zahlen und Registernummern, die du nachprüfen kannst. Du bekommst also beides, den Prüfmaßstab und unsere eigene Karte auf dem Tisch.

Die Prüfpunkte kommen in der Reihenfolge, in der sie im Kaufprozess auftauchen. Vom Gewerberegister über die Dachvermessung bis zur letzten Rate.

Das Wichtigste in Kürze

  • Prüf zuerst das Gewerbe, nicht das Modul. GISA-Abfrage und WKO Firmen A-Z kosten dich fünf Minuten und sagen mehr als jedes Datenblatt.
  • Entscheidend ist, dass dein Dach real vermessen wird, bevor Geld fließt. Ob das erste Angebot digital entstanden ist, ist kein Qualitätsmerkmal.
  • 100 Prozent Vorkasse ist die rote Linie. Eine gesetzliche Prozent-Obergrenze für Anzahlungen gibt es in Österreich nicht, entscheidend sind Zeitpunkt und Gegenleistung.
  • Seit 1. Jänner 2026 stecken wieder 20 Prozent Umsatzsteuer in jedem PV-Angebot. Wer noch mit 0 Prozent kalkuliert, rechnet falsch.
  • Vergleiche mindestens drei Angebote auf derselben technischen Basis, sonst vergleichst du Preise für verschiedene Anlagen.

Warum die Wahl des Anbieters so oft schiefgeht

Weil im Solarboom sehr unterschiedliche Firmentypen dasselbe verkaufen. Neben Handwerksbetrieben mit eigener Montage stehen reine Vertriebsgesellschaften und Vermittlungsplattformen im Markt. Der Preis auf dem Deckblatt sieht bei allen ähnlich aus. Wer am Ende auf deinem Dach steht und wer im Schadensfall haftet, unterscheidet sich massiv. Einen umfassenderen Überblick gibt unser Leitfaden zu Photovoltaik-Anbietern in Österreich.

Ein günstiger Preis auf dem Papier nützt dir nichts, wenn an der Dachbefestigung gespart wird. Fehler bei der Dimensionierung oder ein laienhaft geplanter Netzanschluss kosten dich Ertrag über die gesamte Laufzeit, nicht nur einmal.

Und bei mangelhafter Ausführung zahlst du zweimal: einmal für die Anlage, einmal für die Reparatur.

Wer sitzt dir eigentlich gegenüber?

Frag im ersten Gespräch drei Dinge: Wer plant, wer montiert, wer macht die Elektroarbeiten. Drei Antworten, drei Namen. Wenn du nur einen Vertriebsnamen bekommst, hast du deine Antwort schon.

Diese Frage ist kein Misstrauen, sondern Standard. Ein Anbieter, der die Kette nicht benennen will, hat dafür einen Grund. Genau solche Situationen listen wir in den sieben häufigsten Fehlern bei der Anbieter-Auswahl auf.

Wie prüfst du die rechtlichen Grundlagen in Österreich?

Mit drei kostenlosen Abfragen. Die GISA-Abfrage zeigt dir die Gewerbeberechtigungen, das WKO Firmen A-Z den Betrieb mit Standort, das Firmenbuch die Rechtsform und die handelnden Personen. Nimm dafür den vollständigen Firmennamen aus dem Impressum, nicht den Markennamen von der Startseite.

Entscheidend ist, was in der Gewerbeberechtigung steht. Eine reine Handelsberechtigung deckt den Verkauf, nicht die Installation.

Lass dir deshalb sagen, welcher Betrieb die elektrotechnischen Arbeiten ausführt, und lass dir den Namen geben. Steht dort ein Subunternehmer, gehört der vor die Unterschrift auf den Tisch, nicht danach. Fragen kostet nichts, und ein sauberer Betrieb sagt es dir ohne Zögern.

Was das Impressum verrät

Firmenbuchnummer, GISA-Zahl, UID-Nummer und Kammerzugehörigkeit gehören ins Impressum. Fehlt eines davon, ist das kein Beweis für Pfusch, aber ein guter Anlass, genauer zu schauen.

Eine ausländische Adresse ist kein Ausschlusskriterium. Sie macht es nur ungemütlich, wenn du Gewährleistungsansprüche einmal wirklich durchsetzen musst. Verlass dich auch nicht auf Verbandslogos auf einer Website, sondern prüf selbst im Register.

Damit du siehst, wie das in der Praxis aussieht, hier unsere Daten zum Gegenprüfen: Mission Solar GmbH, gegründet 2023, Büro mit Kundenverkehr Bienerstraße 4 in Innsbruck, Firmenbuch- und Rechnungsadresse Adamgasse 23 in Innsbruck, FN 603370i, GISA 36013289, UID ATU79419425, Mitglied der WKO Tirol. In der GISA-Abfrage findest du uns als Ingenieurbüro der beratenden Ingenieure, eingeschränkt auf Maschinenbau und erneuerbare Energien. Genau diese Angaben solltest du bei jedem Anbieter finden und nachschlagen können.

Wird dein Dach vermessen, bevor du zahlst?

Das ist die Frage, auf die es ankommt, nicht ob der erste Termin digital war. Ein verbindliches Angebot kann sauber online entstehen, das ist schneller und kostet dich keinen halben Tag. Kritisch wird es, wenn niemand das Dach real anschaut oder erst nach deiner Anzahlung vermisst.

Digitale Planung ist heute belastbar. Satellitendaten, Dachflächenmodelle und ein strukturiertes Gespräch über Verbrauch, Zählerkasten und Verschattung reichen für ein verbindliches Angebot.

Was digital nicht geht: Sparrenzustand, Zustand der Ziegel, Statikreserven und die Wege für Kabel und Gerüst. Dafür muss jemand hin.

Diese drei Fragen stellst du deshalb bei jedem Angebot: Wann genau wird mein Dach real vermessen? Wer macht das? Und welche Zahlung ist vor diesem Termin fällig?

Bei uns läuft das so: In der Live-Planung online, rund eine Stunde, entsteht das verbindliche Angebot samt Dach-Check. Danach kommt der Vor-Ort-Termin mit zentimetergenauer Drohnenvermessung und der finalen Detailplanung. Erst nach dieser finalen Planung wird die Anzahlung fällig. Die Reihenfolge ist Absicht: Du zahlst nichts, bevor die Anlage nicht bis auf den Ziegel geplant ist.

Was beim Vor-Ort-Termin geprüft werden muss

Prüfbereich Was vor Ort festgestellt wird und was du dazu fragen solltest
Dachzustand Alter und Zustand der Eindeckung. Frag, ob eine Sanierung besser vor der Montage passiert, weil ein späterer Ziegeltausch die Anlage kostet.
Statik Ob Sparren und Unterkonstruktion die zusätzliche Wind- und Schneelast tragen. Frag, welche Schneelastzone angesetzt wurde.
Verschattung Bäume, Kamine, Gauben und Nachbargebäude über den Tages- und Jahresverlauf. Frag nach der Ertragsprognose mit und ohne Verschattung.
Hauselektrik Zustand von Zählerkasten, Absicherung und Erdung. Frag, ob ein Umbau nötig ist und ob er im Preis steckt.

Lass dir keine maximal belegte Dachfläche aufschwatzen, wenn dein Verbrauch das nicht hergibt. Ein sauberer Anbieter schaut zuerst auf Wärmepumpe, E-Auto und Tagesprofil und danach auf die Modulzahl.

Was macht gute Komponenten aus?

Nicht der Wirkungsgrad auf dem Datenblatt. Wenn du genug Platz auf dem Dach hast, zählen zwei andere Werte deutlich mehr: der Temperaturkoeffizient und die mechanische Belastbarkeit.

Der Temperaturkoeffizient sagt dir, wie stark die Leistung an heißen Sommertagen einbricht. Je kleiner der Wert, desto stabiler bleibt der Ertrag im Juli.

In Tirol kommt die Schneelast dazu. Ein Modul, dessen Rahmen sich im Winter verzieht, hilft dir auch mit einem halben Prozentpunkt mehr Wirkungsgrad nicht.

Notstromfähig ist nicht das Gleiche wie Ersatzstrom

Hier stecken die meisten Missverständnisse. Notstromfähig kann bedeuten, dass du bei einem Ausfall eine einzige Steckdose am Gerät nutzen kannst.

Eine Versorgung, die bei einem Blackout das ganze Haus weiterlaufen lässt, braucht eine Umschaltbox im Zählerkasten und eine dreiphasige Elektrik nach dem Stand der Technik. Wie wir das umsetzen, steht auf unserer Seite zum Notstrom. Lass dir im Angebot schriftlich geben, welche der beiden Varianten du kaufst.

Was muss im Vertrag stehen?

Der Leistungsumfang, nicht nur die Summe. Typenbezeichnung und Anzahl der Module, Speichergröße in Kilowattstunden, Wechselrichtertyp, Art der Unterkonstruktion. Ohne diese Angaben kannst du zwei Angebote nicht vergleichen, und genau darauf verlassen sich unseriöse Anbieter. Eine ausführliche Checkliste dazu, wie du Angebote richtig vergleichen kannst, haben wir separat zusammengestellt.

Dazu die Nebenkosten als Fixbetrag: Gerüst, Absturzsicherung, Anfahrt, Umbau am Zählerkasten. Das sind die Posten, die später als Nachtrag auftauchen. Wer mit Festpreis arbeitet, hat sie drin, und dann steht das auch so im Angebot.

Wenn beide Angebote diese Angaben enthalten, kannst du sie gegenrechnen. Genau das macht der Angebotsvergleich weiter unten in zwei Minuten.

Wer erledigt die Behördengänge?

Im Vertrag muss stehen, wer das Netzzugangsansuchen stellt, den Zählpunkt beantragt und die Fertigmeldung macht. Sonst machst du es selbst und merkst das erst, wenn es klemmt. Wie diese Schritte insgesamt zusammenhängen, zeigt der Ablauf in fünf Schritten.

Unterschreib keinen Ausführungsvertrag, bevor die Netzzusage vorliegt. Netzbetreiber begrenzen die Einspeiseleistung, wenn das örtliche Netz am Limit ist, und das verändert deine Rechnung sofort.

Gewährleistung und Garantie sind zwei verschiedene Dinge

Die Gewährleistung ist gesetzlich und richtet sich gegen deinen Vertragspartner, also den Betrieb. Sie greift bei Mängeln, die bei der Übergabe schon angelegt waren, auch wenn sie erst später auffallen. Die Garantie ist eine freiwillige Zusage des Herstellers und deckt oft nur das Material.

Wie lang die Gewährleistungsfrist bei einer fest montierten Photovoltaikanlage läuft, ist nicht endgültig geklärt. Paragraf 933 ABGB nennt zwei Jahre für bewegliche und drei Jahre für unbewegliche Sachen, jeweils ab Übergabe. Eine dauerhaft am Dach montierte Anlage wird überwiegend als Teil der unbeweglichen Sache behandelt, was für drei Jahre spräche.

Verlass dich nicht darauf, sondern lass dir die Frist im Vertrag schriftlich geben. Wichtig: Gegenüber Verbrauchern darf die gesetzliche Gewährleistung nicht zu deinem Nachteil verkürzt werden, eine kürzere Frist im Vertrag ist gegenüber Privatkunden unwirksam.

Das hier ist keine Rechtsberatung, sondern genau der Grund, warum es schriftlich gehört.

Anspruchsart Was das in der Praxis bedeutet
Gesetzliche Gewährleistung Pflicht deines Vertragspartners, Montage- und Produktfehler zu beheben, die bei der Übergabe bestanden. Ansprechpartner ist immer der Betrieb, nie der Hersteller.
Produktgarantie Freiwillige Zusage des Herstellers, dass das Material über eine bestimmte Zeit fehlerfrei bleibt. Oft nur Materialersatz, ohne Ausbau, Gerüst und Versand.
Leistungsgarantie Zusage, dass ein Modul nach zum Beispiel 20 Jahren noch einen bestimmten Prozentsatz seiner Nennleistung bringt. Sagt nichts über die Montage aus.

Klär vor der Unterschrift den Servicefall: Gibt es eine Fernanalyse? Wer zahlt die Arbeitszeit, wenn nach fünf Jahren der Wechselrichter steht? Und wer stellt das Gerüst, wenn ein Modul getauscht werden muss?

Bei uns läuft im ersten Jahr Smart Care kostenlos mit, inklusive Fernwartung bei einem Fehler und einem Optimierungsgespräch. Frag genau das bei jedem Anbieter ab: Was ist im ersten Jahr dabei, und was kostet es danach?

Wann darf dein Geld fließen?

Die harte Grenze zuerst: 100 Prozent Vorkasse geht nicht. Wer die volle Summe vor der Leistung verlangt, verlagert das komplette Insolvenzrisiko auf dich. Alles darunter ist Verhandlung, und die richtige Frage lautet nicht wie viel Prozent, sondern wofür und wann.

Eine gesetzliche Prozent-Obergrenze für Anzahlungen gibt es in Österreich bei Werkverträgen mit Verbrauchern nicht. Weder das Konsumentenschutzgesetz noch das ABGB deckeln die Höhe. Wenn dir jemand eine offizielle Höchstgrenze nennt, hat er keine.

Unsere Einschätzung als Betrieb, und das ist ausdrücklich keine Branchenstatistik: Im Photovoltaikbereich sind Anzahlungen um die 50 Prozent gegen Materialreservierung verbreitet, weil Module, Speicher und Wechselrichter vorfinanziert und eingelagert werden müssen. Was zählt, sind Zeitpunkt und Gegenleistung.

Drei Fragen machen eine Zahlungsvereinbarung fair. Ist die Anlage zum Zeitpunkt der Anzahlung fertig geplant? Steht im Vertrag, wofür die Zahlung dient? Und hängt die Schlussrate an der Inbetriebnahme samt vollständigem Prüf- und Messprotokoll?

Bei uns sind es 50 Prozent, fällig erst nach der finalen Detailplanung, ausdrücklich für die Materialreservierung. Der Rest kommt nach der Inbetriebnahme. So steht das bei uns im Vertrag, und genau in dieser Form solltest du es bei jedem Anbieter schriftlich sehen.

Barzahlungen sollten dich unabhängig davon hellhörig machen. Und prüf die Kontodaten gegen das Impressum, nicht gegen die E-Mail, in der sie stehen.

Umsatzsteuer 2026: hier gibt es keine Unsicherheit mehr

Der Nullsteuersatz für Photovoltaikmodule samt Zubehör bis 35 kWp galt vom 1. Jänner 2024 bis 31. März 2025. Beendet wurde er durch das Budgetsanierungsmaßnahmengesetz 2025. Ein separat nachgekaufter Speicher unterlag ohnehin dem Normalsteuersatz, begünstigt war er nur als Teil der Modullieferung.

Für Verträge, die vor dem 7. März 2025 abgeschlossen wurden, lief der Nullsteuersatz noch bis 31. Dezember 2025. Seit 1. Jänner 2026 gilt durchgehend wieder der Normalsteuersatz von 20 Prozent.

Praktisch heißt das: In jedem Angebot, das du 2026 bekommst, stecken 20 Prozent Umsatzsteuer. Wenn ein Anbieter noch mit 0 Prozent kalkuliert oder die Steuer offenlässt, rechnet er falsch, und die Differenz landet später bei dir. Vergleich deshalb immer Bruttopreise.

Förderungen sauber einrechnen

Förderungen kommen in Österreich von mehreren Ebenen und sind meist kombinierbar: Bund, Land Tirol und teils die Gemeinde. Die Sätze, mit denen wir rechnen, Stand 15. Juni 2026: Bundesförderung PV 150 Euro pro kWp bis 10 kWp und 140 Euro pro kWp von 10 bis 20 kWp, gedeckelt mit 30 Prozent der Investitionskosten, Speicher 150 Euro pro kWh, Land Tirol 125 Euro pro kWp bis maximal 2.500 Euro. Die Tiroler Förderung läuft über die Wohnbauförderung und gilt für Anlagen auf oder unmittelbar bei einem bestehenden Wohnhaus, beim Neubau ist es ein anderer Fördertitel.

Zwei Dinge klär vorab. Erstens: Wer reicht ein, der Anbieter oder du? Manche stellen dir nur die Papiere aus. Bei uns übernimmt das der eigene Förderservice. Zweitens: der Zeitpunkt. Als Privatperson kannst du den Antrag für den EAG-Investitionszuschuss auch noch nach Beginn der Arbeiten stellen, spätestens aber vor der Inbetriebnahme.

Wichtiger als der Baustart ist deshalb das Antragsfenster. 2026 gibt es drei Fördercalls, die verbleibende Runde läuft von 8. bis 22. Oktober 2026.

Und rechne Förderungen nie als garantierten Rabatt in eine Finanzierung ein. Es sind Zuschüsse mit Bedingungen, Fristen und begrenzten Budgettöpfen, keine Gutschrift.

Zwei Angebote nebeneinander: was bleibt übrig?

Vergleichbar wird es erst auf gleichem Nenner. Nimm den Bruttopreis, zieh die geschätzte Förderung ab und teile den Eigenanteil durch die Kilowattpeak. Erst dann siehst du, welches Angebot wirklich günstiger ist.

Ein Beispiel, das genauso in der Praxis vorkommt: Angebot A kostet 25.000 Euro brutto für 10 kWp und 10 kWh Speicher. Angebot B kostet 27.500 Euro brutto für 12 kWp und denselben Speicher.

A sieht 2.500 Euro günstiger aus. Nach Förderung liegt der Eigenanteil bei A bei 20.750 Euro, bei B bei 22.820 Euro. Pro Kilowattpeak zahlst du bei A aber 2.075 Euro und bei B nur 1.902 Euro, also rund 173 Euro weniger.

Das billiger aussehende Angebot ist hier das teurere pro Kilowatt. Ob dir die 2 kWp mehr etwas bringen, entscheidet dein Verbrauch und nicht der Preis. Deshalb gilt der Satz vom Anfang: mindestens drei Angebote auf derselben technischen Basis.

Angebotsvergleich

Vorbelegt mit dem Beispiel aus diesem Abschnitt. Trag die Werte aus deinen eigenen Angeboten ein: Bruttopreis, Anlagenleistung in kWp und Speichergröße in kWh.

Angebot B ist pro kWp rund 173 Euro günstiger

Angebot A: geschätzte Förderung rund 4.250 Euro, Eigenanteil rund 20.750 Euro, das sind rund 2.075 Euro pro kWp.

Angebot B: geschätzte Förderung rund 4.680 Euro, Eigenanteil rund 22.820 Euro, das sind rund 1.902 Euro pro kWp.

Achtung: die beiden Angebote haben nicht dieselbe technische Basis. Der Vergleich pro kWp ist dann nur ein Anhaltspunkt. Lass dir beide Anlagen mit gleicher Leistung und gleicher Speichergröße rechnen.

Jetzt genau berechnen lassen

Grobe Richtwerte zur Orientierung, keine Angebotsgrundlage und keine Förderzusage. Gerechnet wird mit unserer Kalkulationsbasis vom 15. Juni 2026: Bund 150 Euro pro kWp bis 10 kWp, 140 Euro pro kWp darüber, förderfähig bis 20 kWp, Speicher 150 Euro pro kWh, Bundesanteil gedeckelt mit 30 Prozent der Investitionskosten, Land Tirol 125 Euro pro kWp bis maximal 2.500 Euro, gültig für PV auf einem bestehenden Wohnhaus. Der Rechner zieht die Tiroler Förderung immer mit ab, beim Neubau musst du sie herausrechnen. Gerechnet ist er für Anlagen bis 20 kWp, also den typischen Eigenheim-Bereich. Gemeindeförderungen sind nicht enthalten. Fördersätze, Budgettöpfe und Fristen ändern sich, verbindlich ist immer der Förderstand am Tag deines Antrags.

Wenn zwei Angebote unterschiedliche Speichergrößen haben, ist der Vergleich pro Kilowattpeak nur die halbe Wahrheit. Dann lass beide Anbieter dasselbe technische Paket rechnen, sonst vergleichst du zwei verschiedene Anlagen.

Welche Warnsignale du ernst nehmen solltest

Vier Muster tauchen immer wieder auf. Eine ausführlichere Liste findest du in unserem Beitrag zu den sieben Warnsignalen unseriöser Anbieter. Keines der vier hier ist allein ein Beweis, jedes ist ein Grund, langsamer zu werden.

Dazu ein einfacher Test: Frag nach Referenzprojekten in deiner Umgebung. Wer in Tirol arbeitet, kann Tiroler Projekte nennen. Wir sind seit der Gründung 2023 bei über 400 Tiroler Kunden gewesen und weisen 98 Prozent Zufriedenheit aus, das sind unsere Zahlen und kein unabhängiger Test.

Dein Rücktrittsrecht beim Haustürgeschäft

Hast du an der Haustür oder im Fernabsatz unterschrieben, greift das Fern- und Auswärtsgeschäfte-Gesetz: 14 Tage Rücktritt ohne Angabe von Gründen. Bei Dienstleistungen läuft die Frist ab Vertragsabschluss, bei Waren erst ab dem Tag, an dem du die letzte Lieferung in Besitz nimmst.

Der praktische Fallstrick steht in Paragraf 10 FAGG. Der Betrieb darf vor Ablauf der Frist nur mit der Montage beginnen, wenn du das ausdrücklich verlangst und bestätigst, dass du bei vollständiger Erfüllung dein Rücktrittsrecht verlierst.

Genau dieses Kästchen wird am Küchentisch gern mitunterschrieben. Wenn dir jemand erklärt, es müsse sofort losgehen, sonst sei der Montagetermin weg, lies vorher nach, was du damit aufgibst. Bei Unklarheiten helfen Arbeiterkammer und VKI kostenlos.

Und die einfachste Regel bleibt: Unterschreib nichts am selben Tag. Ein Angebot, das eine Nacht Bedenkzeit nicht übersteht, war keines.

Häufige Fragen

Welche Solarfirmen sind in Österreich seriös?

Es gibt keine Liste der seriösen Anbieter, weil sich Qualität nicht am Markennamen festmachen lässt, sondern an nachprüfbaren Kriterien. Prüfe den vollständigen Firmennamen aus dem Impressum im WKO Firmen A-Z, kontrolliere die Gewerbeberechtigungen in der GISA-Abfrage und lass dir sagen, welcher Betrieb die Elektroarbeiten ausführt. Dazu kommen ein Vertrag mit vollständigem Leistungsumfang, eine reale Dachvermessung vor der Anzahlung und ein lückenloses Übergabeprotokoll. Diese Kombination macht einen Anbieter prüfbar, nicht das Logo auf der Website.

Wer ist Marktführer bei Photovoltaik in Österreich?

Der österreichische Photovoltaikmarkt ist stark fragmentiert. Getragen wird er von vielen regionalen Elektro- und Installationsbetrieben und einigen größeren Vertriebsgesellschaften, einen einzelnen unangefochtenen Marktführer gibt es nicht. Aktuelle Marktzahlen und Zubaustatistiken veröffentlicht der Bundesverband Photovoltaic und Battery Austria. Für deine Entscheidung ist ein Marktanteil ohnehin weniger wert als die Prüfung des konkreten Betriebs: Wer plant, wer montiert, wer haftet und wann welche Zahlung fällig wird.

Wie hoch darf die Anzahlung bei einer Photovoltaikanlage sein?

Eine gesetzliche Prozent-Obergrenze für Anzahlungen bei Werkverträgen mit Verbrauchern gibt es in Österreich nicht. Die harte Grenze ist deshalb eine andere: 100 Prozent Vorkasse solltest du nicht akzeptieren, weil du damit das volle Insolvenzrisiko trägst. Nach unserer Einschätzung als Betrieb, das ist keine Branchenstatistik, sind im PV-Bereich Anzahlungen um die 50 Prozent gegen Materialreservierung verbreitet. Entscheidend ist nicht die Höhe, sondern wofür und wann gezahlt wird: erst nach der finalen Planung, und die Schlussrate erst nach Inbetriebnahme und vollständigem Prüf- und Messprotokoll.

Wie viel Umsatzsteuer ist 2026 auf eine Photovoltaikanlage fällig?

20 Prozent, also der Normalsteuersatz. Der Nullsteuersatz für Photovoltaikmodule samt Zubehör bis 35 kWp galt vom 1. Jänner 2024 bis 31. März 2025 und wurde durch das Budgetsanierungsmaßnahmengesetz 2025 beendet. Für Verträge, die vor dem 7. März 2025 abgeschlossen wurden, lief er noch bis 31. Dezember 2025. Seit 1. Jänner 2026 gibt es keine Übergangsfälle mehr. In jedem Angebot, das du 2026 bekommst, stecken deshalb 20 Prozent Umsatzsteuer. Vergleiche Angebote immer brutto.

Welche PV-Module sind derzeit die besten?

Statt auf einen Herstellernamen zu schauen, achte auf drei technische Kennwerte: den Temperaturkoeffizienten, also den Leistungsverlust bei Hitze, die mechanische Belastbarkeit gegen Schnee- und Windlast und die Leistungsgarantie, am Markt gängig sind 20 bis 25 Jahre. Der reine Wirkungsgrad ist überschätzt, solange du genug Dachfläche hast. Gerade in Tirol ist die Schneelast der Wert, der über Jahre entscheidet. Unabhängige Markttests von Prüfinstituten und Fachzeitschriften sagen dazu mehr als jede Herstellerbroschüre.


Quellen