Ratgeber · Stand Juni 2026
Eigenverbrauch & Autarkiegrad: der komplette Überblick
Jede Kilowattstunde Solarstrom, die du selbst nutzt, ersetzt teuren Netzstrom und ist damit deutlich mehr wert als die Einspeisung. Dieser Ratgeber erklärt, wie hoch der typische Eigenverbrauch Photovoltaik ist, wie sich Speicher, E-Auto und Wärmepumpe auswirken und wie du deinen Eigenverbrauch berechnen kannst.
Wie hoch ist der typische Eigenverbrauch?
Ohne Speicher liegt der Eigenverbrauch in Österreich typischerweise bei 20 bis 35 Prozent, im Mittel etwa 30 %. Der Rest fällt mittags an, wenn niemand zu Hause ist, und wird ins Netz eingespeist. Mit Batteriespeicher steigt die Eigenverbrauchsquote auf 55–75 %, weil der Mittagsüberschuss für den Abend gespeichert wird. So lässt sich der Eigenverbrauch berechnen und gezielt erhöhen.
Faustregel: Ohne Speicher liegt dein Eigenverbrauch bei rund 30 %. Mit Speicher kannst du ihn mehr als verdoppeln und sparst damit deutlich teureren Netzstrom, statt günstig einzuspeisen.
Was ist der Unterschied zwischen Eigenverbrauch und Autarkiegrad?
Der Eigenverbrauch beschreibt den Anteil des Solarstroms, den du selbst nutzt, der Autarkiegrad den Anteil deines Strombedarfs, der aus Solar gedeckt wird. Diese beiden Kennzahlen werden oft verwechselt, beschreiben aber Verschiedenes:
- Eigenverbrauchsquote = selbst genutzter Solarstrom ÷ erzeugter Solarstrom. Sie zeigt, welcher Anteil deiner PV-Erzeugung im Haus bleibt.
- Autarkiegrad = selbst genutzter Solarstrom ÷ gesamter Stromverbrauch. Er zeigt, wie unabhängig du vom Netz bist.
Ein Beispiel: Eine kleine Anlage kann eine hohe Eigenverbrauchsquote haben (fast alles wird genutzt), aber einen niedrigen Autarkiegrad (sie deckt nur einen kleinen Teil deines Bedarfs). Eine große Anlage erzeugt viel Überschuss: niedrige Quote, aber potenziell hoher Autarkiegrad. Wer seinen Autarkiegrad berechnen will, bezieht den selbst genutzten Solarstrom also immer auf den Gesamtverbrauch.
Lohnt sich ein Batteriespeicher?
Ein Batteriespeicher hebt die Eigenverbrauchsquote von rund 30 % auf 55–75 %. Statt günstig einzuspeisen (6,77 ct/kWh) nutzt du den Strom selbst und sparst den Netzstrompreis (ca. 28 ct/kWh). Das macht jede gespeicherte Kilowattstunde rund 4× wertvoller. Kein Wunder, dass die Nachfrage stark steigt: 2024 wuchs die installierte Speicherleistung in Österreich um rund 73 %.
Wie erhöhen E-Auto und Wärmepumpe deinen Eigenverbrauch?
E-Auto und Wärmepumpe können den Eigenverbrauch in Kombination mit einem Speicher auf 85–90 % heben. Große Verbraucher, die tagsüber laufen, sind ideale Eigenverbrauchs-Booster: Eine Wallbox fürs E-Auto (Laden am Tag) und eine Wärmepumpe nehmen viel Solarstrom direkt ab. Wichtig ist eine intelligente Steuerung, die Verbraucher gezielt bei Solarüberschuss aktiviert.
Warum ist Eigenverbrauch 4-mal wertvoller als Einspeisung?
Die Rechnung ist einfach: Selbst genutzter Solarstrom ersetzt Netzstrom zu rund 28 ct/kWh. Eingespeister Strom bringt aktuell nur den OeMAG-Tarif von 6,77 ct/kWh. Das Verhältnis von 28 zu 6,77 entspricht etwa dem Faktor 4. Deshalb gilt: Erst Eigenverbrauch maximieren, dann den Überschuss einspeisen.
Wie berechnet der Rechner deinen Eigenverbrauch?
Der Eigenverbrauchsrechner Photovoltaik geht von einem durchschnittlichen Tiroler Jahresertrag von 1.100 kWh pro kWp aus. Die Eigenverbrauchsquote beträgt 30 % ohne und 65 % mit Speicher; E-Auto und Wärmepumpe erhöhen sie zusätzlich (gedeckelt bei 90 %). Der Autarkiegrad ergibt sich aus dem selbst genutzten Solarstrom geteilt durch deinen Gesamtverbrauch. Bewertet wird mit 28 ct/kWh (Ersparnis) und 6,772 ct/kWh (Einspeisung). Den exakten Wert ermitteln wir gemeinsam in einer kostenlosen Analyse.
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